Wachsame Wolfsspinne

Ich vermute, aufgrund der geringen Größe und der Zeichnung, dass es sich um Pardosa hortensis, die Garten-Wolfsspinne handelt. Hier ist der Lebensraum ein Mauerrest eines längst zerfallenenen Hauses inmitten einer Schafsheide. Das Weibchen mit Kokon wär sehr unruhig und wachsam und gab mir nur 3 Chancen :-).

Der Himmel war ganz leicht bedeckt und weil ich keinen Blitz dabei hatte, kam der kleine interne Blitz und Wachspapier als Diffusor zum Einsatz. Ich finde das Licht etwas zu hart und vermute, dass ich etwas (natürliches) Streulicht abbekommen habe. Die Gegenlichtblende hätte mir jedoch das Blitzlicht bei diesem ABM abgeschattet. Gerne wäre ich mit einer besseren Lichtquelle (und Diffusor) noch etwas näher ran und hätte die Blende etwas weiter geschlossen. Aus meiner Sicht könnte die Schärfeebene auch noch 1-2mm weiter hinten liegen. Trotz allem war es eine schöne Begegnung für mich. Ich verstehe immer weniger, warum die meisten Menschen Spinnen in so einem negativen Licht sehen. Sie tun uns nichts. im Gegenteil, sie helfen uns und sind wichtig für die Ökosysteme. Wer Spinnen ablehnt muss beispielsweise große Schwärme von Stechmücken und Fruchtfliegen einfach lieben...

ABM 1:1, APS-C, 1/160s, f/7,1, ISO 800, 85mm Makro, interner Blitz, etwa 10% Beschnitt

Kommentare

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MOD

Hallo Rob,

dein Bild finde ich gelungen.Sehr schön hast du die Schärfe auf die Augen gelegt und  positioniert. Zu den technischen Anmerkungen kann ich dir leider nichts sagen, da ich mich damit weniger auskenne.   Ich mag sie auch, die Wolfsspinnen und habe sie dieses Jahr nach Rolands Tipp bei der Balz beobachten können. Das war schön anzusehen.

Außerdem habe ich nun endlich mal die Wollbienen dabei beobachten können, wie sie vom Wollziest die Wolle abschaben , zur Kugel formen und davon fliegen. Da hatte ich schon länger drauf gewartet. Nun konnte ich es endlich beobachten :-)* freu

Liebe Grüße

Gabi

 

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Makronist

Hallo Gabi,

danke für deinen Kommentar! Da gibt es viele spannende Momente in der kleinen Welt. Es macht große Freude den Tieren zuzusehen. Eine Balz der Wolfsspinnen konnte ich noch nicht beobachten. Vielleicht nächstes Jahr ... hast du dann auch einen Tipp für mich? ;-)

Ja sehr cool, dass du die Handwerkskunst der Wollbienen nun miterleben konntest. Gibt es etwa auch ein Bild davon? Ich habe mich auch viel der Beobachtung dieser Tiere gewidmet. Am spannendsten war der Kampf zweier Drohnen. Zunächst wechselseitige Begutachtung im Schwebflug, dann Angriff und weiter gings am Boden. Die kleinere Drohne hat es überlebt, aber sich dann nicht mehr blicken lassen. Leider ist dabei kein gutes Bild entstanden. Bei mir ist die Saison offenbar vorbei. Die kleinen Freunde lassen sich kaum mehr blicken. Bin fast ein wenig traurig.

Liebe Grüße

Rob

 

 

 

 

 

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MOD

Hallo Rob,

ja, ich hab ein paar Bilder gemacht , wobei nur eines scharf geworden ist.Richtig schön ist es auch nicht, aber egal.Bin dann immer ganz aufgeregt. *lol

Es war schon später nachmittag und es hatte geregnet. Ich bin eigentlich nur nochmal durch den Garten geschlichen und dabei habe ich die Wollbiene entdeckt.Da alles ziemlich nass war saß sie unter den Blättern und hat dort die Wolle abgeschabt. Ganz schön schlau.Ehe ich die Kamera geholt hatte war sie natürlich weg und so habe ich noch eine  ganze Zeit dort gewartet.Zum Glück.:-)

Ich erlaube mir, es dir mal anzuhängen.;-)

Liebe Grüße

Gabi

 

 

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Makronist

Grüß dich Gabi,

danke fürs Anhängen! Da hat sie aber auch eine schöne Kugel geformt. Dieses Verhalten konnte ich leider bisher nicht beobachten. Bei mir ist der Spuk leider vorbei und ich freue mich aufs nächste Jahr!

Ich kenne das auch, dass man ganz aufgeregt wird, wenn man bei sowas dabei sein darf und die Aufregung macht das Fotografieren dann nicht leichter. Ich finde aber, dass das Beobachten und auch Dokumentieren manchmal einfach der wichtigere Teil ist. Bei der nächsten " Chance" weis man mehr und das macht das Ablichten dann auch leichter...

Liebe Grüße

Rob

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ADMIN

Hallo Rob,

die Schärfeebene liegt meines Erachtens gut.

Der interne Blitz kommt von oben, genauer gesagt schickt er sein Licht exakt mittig über die optische Achse auf´s Motiv. Dadurch sind die Körperbereiche unterhalb der Spinne im Schatten – und sehr dunkel. Das ist der prinzipielle Nachteil von nur einer einzigen Lichtquelle – im Gegensatz zu zwei Lichtquellen. Dennoch ist es am besten, bei Verwendung von nur eines Blitzes diesen genau mittig über die Kamera zu platzieren. Eine seitliche Führung würde noch mehr Schlagschatten, und diese dann seitlich, erzeugen.

Ansonsten ein sehr schönes Foto, das eine leichte Aufhellung (ca. 2/3 bis 1 Stufe) über alle Werte hinweg verträgt.

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland

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Makronist

Hallo Roland,

danke für deine Analyse! Ein Zangenblitz oder ein seitlicher Blitz und Reflektor gegenüber (der die Schatten entschärft) wäre wohl auch ein Weg gewesen. Durch die recht kleine Lichtquelle (Miniblitz) gefallen mir bei diesem Bild die Reflektionen in den Augen auch nicht so gut.

Bezüglich der Belichtung würde mich interessieren, ob du im Feld dann kurz das Histogramm in der Kamera prüfst, mit Zebra-Warnung arbeitest oder es einfach aus der Erfahrung heraus spürst?

Schöne Grüße

Rob

 

 

 

 

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ADMIN

Hallo Rob,

ich prüfe so gut wie nie das Histogramm, weil es tatsächlich eine nur sehr grobe Information liefert. Ein zu starkes "Festkleben" am Histogramm führt bei vielen Fotografen beispielsweise dazu, dass Fotos mit hellen bzw. sogar weißen Anteilen fast immer unterbelichtet werden. Warum? Weil Weiß – natürlich – am rechten Rand anschlägt. Logisch, schließlich ist es ja auch weiß! Dann zu interpretieren, dass dort das Histogramm ausreißt, führt zur Reduktion der Belichtung, sodass die Ausschläge im Histogramm nach innen gezogen werden – mit der Folge, dass aus Weiß Grau wird.

Dies ist so ein weit verbreitetes Beispiel, das zeigt, wie wichtig es ist zu lernen, ein statisches Histogramm mit menschlicher Interpretation und menschlichem Geist zu füllen :-). Hat man das erkannt, verliert in der Regel das Histogramm an Bedeutung.

Auch nutze ich keine Zebra-Warnung oder Ähnliches. Ich verlasse mich auf meine Erfahrung. Und die bezieht sich auf die Aufnahmesituation sowie auf das Displaybild an der Kamera. Ich weiß, wie das Displaybild aussehen muss, damit die Belichtung in Ordnung oder bestmöglich ist. Das bedingt, dass man sein Display sehr gut kennt; und jede Kamera hat ein anderes Display bzw. eine andere Display-Wiedergabe. Die Interpretation des Displaybildes muss man also bei jedem Umstieg auf eine andere Kamera neu lernen. Das ist beispielsweise ein Grund dafür, warum ich möglichst wenig bzw. selten auf andere/neue Kameras umsteige :-). Ich bin da sehr puristisch...

Liebe Grüße

Roland

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Makronist

Hallo Roland,

vielen Dank, dass du auf meine Rückfrage nochmal so offen eingegangen bist! Ich finde es alles andere als selbstverständlich, dass du deinen Erfahrungsschatz mit uns teilst. Nicht viele Profis (egal in welchem Bereich) gehen da so ran, aber ich finde es total inspirierend und auch motivierend, wie du das machst. Gestern war ich mit einem Freund, den ich auch für die Makrofotografie begeistern konnte, den ganzen Tag in einem Landschaftsschutzgebiet (toller Makrospot) neben einem Fluss. Ich konnte viele Tipps von dir direkt weitergeben. Da sieht man wieder, wie viel Potential im menschlichen Miteinander liegen kann. Das sind Aufwärtsspiralen in einer Gesellschaft, die leider auch viele Abwärtsspiralen kennt.

An jahrelanger Übung und Erfahrung führt wohl kein Weg vorbei ... selber ausprobieren und aus Fehlern lernen ist der Weg. Mir fehlen noch viele Erfahrungswerte aber ich bleibe auf jeden Fall dran.

Herzliche Grüße

Rob

 

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