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ADMIN

Hallo Karl,

Das Colorplan stößt an die "obere Grenze", wie Du es nennst, nur im Vergleich mit den von Dir aufgeführten Objektiven. Es gibt eine Vielzahl von Projektionsobjektiven mit einer deutlich höheren Lichtstärke, beispielsweise zwischen 1.4 und 1.8 (2.0). Genau diese hohe Lichtstärke mancher Projektionsobjektive ist EINER der Vorteile, über die diese Objektive verfügen. Hier hat man die Chance, extrem lichtstarke Objektive zu erwerben, für die man in der Sparte "Foto-Objektive" ein Vermögen zahlen muss. Und mit diesen Lichtstärken lässt sich dann natürlich auch wunderbar das Bokeh gestalten.

Das heißt nicht, dass Lichtstärken von 2.5 oder 2.8 untauglich sind. Nur muss man bei diesen Objektiven sehr genau den Hintergrund bzw. dessen Durchzeichnung überwachen; sollte es zu ablenkend, also zu wenig aufgelöst, werden, sollte man entweder eine andere Motivsituation suchen oder eben, wie oben beschrieben, den Abbildungsmaßstab verringern. Ziel in beiden Fällen ist eine stärkere Beruhigung des Hintergrunds.

Für mich ist es relativ uninteressant, ein Projektionsobjektiv so zu adaptieren, dass die Unendlichkeitseinstellung funktioniert. Dort fotografiere ich nicht, nicht mit einem Projektionsobjektiv. Dafür ist seine Qualität zu schlecht. Hier greife ich lieber auf ein modernes Objektiv zurück.

Die Vintage-Fotografie ist ja vor allem interessant wegen der tollen Wiedergaben der Unschärfen (Malen mit der Kamera). Fotografiere ich im Unendlichkeitsbereich, wird es sich in der Regel um eine Landschaftsaufnahme haben. Egal wie, man hat hinter dem Hauptmotiv kaum nennenswerte Hintergrundunschärfen – da ist ja nichts mehr! Wir sind ja bereits bei unendlich. Und sollten da dennoch Unschärfen sein – z.b. bei einem Foto von einem Baum viele Hundert Meter weit entfernt am Horizont –, dann sind diese Unschärfen wenig bildwirksam.

Anders im Nahbereich, egal ob bei der Makro- oder auch beispielsweise bei der Porträtfotografie. Hier spielen aufgrund der geringen Schärfentiefe die Unschärfen eine wesentliche Rolle. Und genau das greift man beim Einsatz solcher Objektive ab. Und genau hier können solche Objektive ihre individuelle Klasse ausspielen.

Aus diesem Grund adaptiere ich Projektionsobjektive meist so, dass sie einen komfortablen Nahbereich abdecken; auf die Unendlichkeits-Möglichkeit verzichte ich im Zweifelsfall.

Lieber Gruß,

Roland 

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