Drohnen-Attacke

Der „Platzhirsch“, AKA männliche Wollbiene (Anthidium manicatum), war emsig dabei, das Revier abzustecken. Ich habe beobachtet wie er eine Honigbiene verfolgt hat und konnte dabei sein, wie es ernst wurde. Zunächst ist er links von ihr geflogen (ich war mit dem Fokus bereits auf der kurz ruhenden Biene und habe die Serienbildaufnahme hier gestartet) und hat sie begutachtet, dann einen kleinen Bogen geflogen und in dem Moment dieses Fotos zum Angriff angesetzt.

Ich verstehe nicht, wie diese Drohne jeden Tag so unglaublich viel Energie zur Verfügung hat. Die Herzgespann-Blüten scheinen nahrhaft zu sein ;-)

Leider schmälert der hohe ISO-Wert dann in der Entwicklung (Nachbearbeitung) etwas die Freude. Entrauschen (mit einigen negativen Konsequenzen) musste sein. Roland und Uli haben mir den Tipp gegeben, die Belichtung meiner Bilder tendenziell zu erhöhen. Ich hoffe, dass es diesmal im "gesunden Bereich" liegt.

AM etwa 1:2,5, APS-C, 1/2500s, f/11, ISO 1600, 85mm Makro, Gegenlichtblende, etwa 10% Beschnitt

Kommentare

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MOD

Hallo Rob,

das ist ja mal eine tolle Geschichte und ein super Schnappschuss.:-) Da hat sich das Beobachten wieder voll gelohnt. Ich staune auch immer, wieviel Energie sie haben. Allein diese Patroillenflüge sind schon anstrengend, dann das Paarungsverhalten und dazu noch Eindringlinge abwehren.Puuuhh! Ganz schön viel Aktivität. Ich habe beobachtet, dass sie sich ab und zu zum Verschnaufen auf die Erde setzen und dort eine ganze Zeit verweilen.

Bezüglich des Herzgespanns hast du nicht ganz unrecht.;-)  Ich habe mal im Kräuterbuch nachgeschaut, es wurde früher tatsächlich wegen seiner stärkenden, belebenden und anregenden Wirkung als Hausmittel eingesetzt. :-)  Wie der Name schon sagt hilft die Pflanze auch bei nervösem Herzen und Angstzuständen und kommt aus diesem Grund als alte Heilpflanze in der Kräuterheilkunde zum Zug. Mittlerweile soll die Pflanze geschützt sein.

Ich wünsche dir weiter viel Erfolg beim Beobachten und Dokumentieren.:-)

Liebe Grüße

Gabi

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Makronist

Guten Abend Gabi,

danke für deinen netten Kommentar!

Herzgespann ist eine wunderbare Pflanze und gut als Tee. Voll schön, dass du das auch ansprichst! Vermutlich würde die Wollbiene bei dem ganzen Stress einen Herzkasper bekommen wenn sie sich nicht jeden Tag Herzgespann reinhauen würde :-)

Liebe Grüße

Rob

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ADMIN

Hallo Rob,

hier ist es Dir gelungen, die Biene mit einer 1/2500s zu stoppen und somit scharf zu bekommen.

Ein kleines Problem liegt in dem harten Sonnenlicht. Es ist für die recht harten Kontraste im Bild verantwortlich. Aus diesem Grund mache ich solche Fotos gerne bei leichter Bewölkung oder niedrigerem Sonnenstand; das Bild wird dann insgesamt weicher.

Auch die Schärfentiefe der Blende 11.0 ist sehr hoch. Dadurch wirkt der Hintergrund unruhig. In Verbindung mit den oben angesprochenen starken Kontrasten wirkt er schon fast zu unruhig.

Beiden Aspekten kannst Du gerecht werden, wenn Du die Blende mehr öffnest. Hier liegt noch eine Menge Lichtpotential. Es mag erst einmal verwirrend klingen, wenn ich sage, Du benötigst bei solchen Motiven nicht die Schärfentiefe der Blende 11.0. Aber es ist tatsächlich so. Du musst die Biene sowieso in die schmale Schärfeebene bekommen – ob diese nun superschmal ist (beispielsweise Blende 4.0) oder "nur" schmal von der Blende 11.0; das macht nicht mehr den großen Unterschied. Ist die Biene in dieser Schärfeebene, ist sie auch scharf (vorausgesetzt, die Verschlusszeit ist kurz genug).
Schärfentiefen- und lichtmäßig liegen jedoch Welten dazwischen: Mit der Öffnung auf Blende 4.0 hast Du acht mal soviel Licht zur Verfügung wie bei Blende 11.0! Das ist eine Wucht! Damit kannst Du eine Menge anfangen – entweder bei anderem, weniger starkem (Sonnen-)Licht und/oder mit stärkerer Hintergrundberuhigung fotografieren. Die fliegende Wollbiene in der MAKROFOTO-Spezial Vintage-Makrofotografie beispielsweise habe ich mit Blende 1.5 fotografiert, bei ISO 400, ebenfalls 1/2500s und leichten Wolkenschleiern vor der Sonne.

Es ist sehr interessant mit zu erleben, wie Du Dich zunehmend erfolgreich an dieses Motiv heranfotografierst – ein ziemlich schweres Motiv, das Dir immer besser gelingt!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht"

Roland

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Makronist

Lieber Roland,

vielen Dank, dass du so ins Detail gehst und mir wertvollen „Input“ gibst...und auch Mut zuredest die Blende weiter zu öffnen ;-) Mehr Licht könnte ich gut gebrauchen.

Der Hauptgrund, dieses Bild einzustellen, war eher dokumentarischer Natur. ich war einfach fasziniert, diesen Moment mitzuerleben und festhalten zu können.

Ich gebe dir vollkommen Recht, dass das harte Sonnenlicht nicht schön ist und ein leichter Schleier vor der Sonne besser gewesen wäre. Nach meiner Erfahrung sind die Wollbienen jedoch bei Sonnenlicht (noch) aktiver.

Der unruhige Vorder- und Hintergrund kam aber auch zu Stande, weil wir da alle mitten in der Pflanze drin waren. Bei meinen normalen Perspektiven an dieser Pflanze war die Freistellung aufgrund der Abstände zu anderen Bildinhalten meist etwas besser.

Die Schärfentiefe hängt ja auch vom AM und der Brennweite ab. Bei Tests mit Feldwespen im Flug bekomme ich bei AM 1:3, meinem 85mm Meike Makro und Blende 5,6 (da wollte ich schon mutig sein) wirklich nur den Kopf der Wespe scharf. Zudem wurde es schon nochmal schwieriger, das zu erwischen. Aber du hast ja Recht...ist ja eh schon „wurscht“ wenn man sich das gern antut und gelernt hat, damit zu leben, dass es gar nicht immer klappen kann. Manchmal sind Bilder bei denen die Schärfe bis zu den Fühlern geht und bei den Augen verschwunden ist dennoch etwas bitter. Aber so ist das Spiel ;-)

Ich sehe nach deinen Anregungen folgende Lösungsansätze:

- Hartes Sonnenlicht vermeiden

- Blende ein wenig weiter öffnen und/oder nach besseren Perspektiven suchen

- Blende deutlich öffnen und AM verkleinern (Womöglich dann, je nach Verwendung des Fotos, später die 24 Megapixel doch etwas mehr beschneiden)

- Kürzere Brennweiten (35mm-70mm) bei solchen Motiven einsetzen und Blende dann (mit mehr Zuversicht) deutlich öffnen. Zudem hätte ich weniger Verwacklung und auch weniger Kopfstress wenn ich das 2. Auge öffne.

- Einen auf Chuck Roland Norris machen, tollkühn, erfahren und fähig dazu sein, das Gesicht bei Offenblende messerscharf zu erwischen.

Da ich für letzteres gewiss nicht reif bin, würde ich eher zunächst zu den anderen (moderateren) Mitteln greifen. Grins. Mich würde insbesondere interessieren, was du zu der Idee sagst, kürzere Brennweiten hier einzusetzen.

Herzlichen Dank nochmal und sonnige Grüße aus Augsburg.

Rob

 

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ADMIN

Hallo Rob,

ja, das ist korrekt. Mit kürzeren Brennweiten erhöhst Du die Chance, den Flug-Akrobaten in die Schärfe zu bekommen.

Auch Dein Punkt hinsichtlich der Verkleinerung des ABM stimmt. Hier sind natürlich Grenzen gesetzt, sonst bleibt am Ende nach dem Beschnitt nur noch ein kleines Puzzlestück von Foto übrig :-). Aber die Schärfentiefe nimmt halt stark zu – bezogen auf das fliegende Insekt – mit abnehmendem ABM. Bei kleinerem ABM kannst Du dann tatsächlich auch mal eine ganz offene Blende wählen – und Dich über ein Meer von Licht freuen :-).

Und: Ein Chuck Norris ist auch nicht vom Himmel gefallen (grins). Es gilt immer noch der Old-School-Satz: Übung macht den Meister. Du bist gerade auf einem guten Weg :-).

Liebe Grüße

Roland

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Makronist

Grüß Dich Rob,

wie Roland schon sagte, weiches Licht macht Bilder immer angenehmer. Dann muss aber die Blende auf und die Tiefenschärfe und somit die Bildausbeute sinkt. Ein Teufelskreis *lach*. Ich tu mich immer leichter wenn ich den Abflug und nicht den Anflug ablichte. Wieso?, die Summsen heben meist rückwärtsfliegend ab und wechseln dann in den Vorwärtsgang. es gibt also einen Moment in dem sie "stehen". Mit Dauerfeuer erwischt man das hin und wieder. Bin aber selbst nicht der schnellste und meine Ausbeuten sind mager.

Was ich wirklich mag ist die Doppelung des Motivs, also die unscharfe Summse im Hg zu der scharfen als Hauptmotiv

Servus
Wolfgang

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Makronist

Hallo Wolfgang,

danke für deinen Kommentar und danke auch für das Verständnis, dass bei einem solchen Unterfangen, die Physik, die körperlichen Fähigkeiten und auch die Geduld an ihre Grenzen kommen.

Mir hilft intensives Beobachten da sehr weiter. Es bleibt unberechenbar, aber man kann die Chancen erhöhen. Mit zunehmender Erfahrung spüre ich die Tiere und deren Verhalten etwas besser, z.B. die Verweildauer auf Blüten oder die Körpersprache kurz vor dem Abflug.

Sonnige Grüße

Rob

 

Profile picture for user Wolfgang Zeiselmair
Makronist

Grüß Dich Rob,

eine Sache noch, die vielleicht helfen könnte. Ich bin ja keiner der viel Geld für Equipment ausgibt, ich habe aber einmal für 40Euro eine LED Ringleuchte gekauft. Der Grund war, im absoluten Nahbereich bringt man sonst kein Licht zwischen Glas und Motiv. Schau mein aktuelles Wespenbild, da hatte ich gerade noch 4cm Abstand zur Frontlinse. Die Dinger sind viel billiger als Zangenblitze usw. und in der Dosierung des Lichts recht unproblematisch. Da kannst Du bei bedeckten Himmel etwas Zusatzlicht spendieren.

Servus
Wolfgang

Profile picture for user Rob
Makronist

Hallo Wolfgang,

danke für den Tipp! Zusätzliches Licht gezielt einzusetzen (auch bei Flugaufnahmen) ist eine gute Idee. Ich probiere es bald aus. Da hat natürlich auch bestimmt jede Variante wieder seine Vor- und Nachteile. Ich habe auch eine günstige Ringleuchte aber beispielsweise bei Ameisen sahen die Reflektionen schon komisch aus. Bei deinem Wespen-Bild, das du ansprichst, kann ich da allerdings nichts Störendes davon erkennen. Tolle Details, die du festgehalten hast! Das einzige, was mir spontan als Tipp einfällt ist, über ein leichtes Abdunkeln/Anpassen der Mundpartie nachzudenken. Meine Wahrnehmung zieht es da etwas zu sehr hin. Und andere Teile des Bildes sind viel zu schön dafür ;-)

Schöne Grüße

Rob

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